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Mit einem lachenden und einem weinenden Auge stand Fredy Lienhard in Silverstone auf dem Podium. Der Schweizer Unternehmer beendete mit dem Finallauf der LMS seine gut 40 Jahre währende Karriere als Hobby-Rennfahrer – und das an seinem 61. Geburtstag. „Der RS Spyder ist ein Traum“, sagte Lienhard. „Es war wunderbar, ihn im letzten aktiven Jahr meiner Laufbahn fahren zu können. Und der zweite Platz hier beim Finale ist ein sehr schöner Abschluss für mich.“ Es war für das Horag-Team die dritte Podiumsplatzierung der Saison nach einem dritten Rang in Monza und einem zweiten in Spa. „Das Rennen hatte es in sich“, bilanzierte der Horag-Fahrer aus den Niederlanden, Jan Lammers. „Nach unzähligen Unfällen, Drehern und Ausrutschern war die Strecke dreckig und rutschig. Man musste höllisch aufpassen.“
Happy über Platz zwei in der Teamwertung, enttäuscht über eine verpasste Podiumschance: So war die Stimmung beim Essex-Team aus Dänemark. Vom fünften Startplatz aus ins Rennen gegangen, hatte sich Casper Elgaard im blauen RS Spyder in der ersten Rennstunde nach vorne gekämpft und lieferte sich dort ein herzerfrischendes Duell mit Xavier Pompidou (Lola-Judd) um Rang zwei. In der 62. Runde verlor der zweimalige dänische Tourenwagen-Meister das linke Vorderrad. „Ich habe zum Glück gemerkt, dass etwas nicht stimmt und gebremst“, sagte Elgaard. „So konnte ich zumindest einen Unfall vermeiden. Bis ich aber auf drei Rädern zurück in der Box war und wir das Rennen wieder aufnehmen konnten, hatten wir sieben Runden Rückstand auf Jos Verstappen und lagen am Ende des Feldes.“ Am Ende einer sehenswerten Aufholjagd wurden Elgaard und John Nielsen, Le-Mans-Sieger von 1990, noch tolle Sechste. Nach drei dritten Plätzen und einem Sieg in Monza standen die Dänen damit erstmals in dieser Saison aber nicht auf dem Podium.
Porsche-Werksfahrer Marc Lieb (Ludwigsburg) und Alex Davison (Australien) holten im 911 GT3 RSR mit Platz zwei in Silverstone den Vizetitel in der seriennahen GT2-Klasse. Es war der vierte zweite Platz für das Duo aus dem deutschen Team Felbermayr-Proton im fünften Rennen der Saison – und der zweite Vizetitel in Folge für den 28-jährigen Lieb, der 2005 und 2006 die GT2-Meisterschaft gewonnen hatte. Ausgesprochenes Pech hatte der im Training zweitplatzierte Porsche-Werksfahrer Richard Lietz (Österreich). Er lag an aussichtsreicher zweiter Position, als ihn ein Konkurrent von der Strecke katapultierte. Der heftige Aufprall an der Mauer bedeutete das frühe Aus für Lietz und Teamkollege Raymond Narac (Frankreich, Team IMSA Performance Matmut). „Ein Jammer“, sagte Lietz. „Wir waren mit einem super abgestimmten 911er echt gut unterwegs und hätten zu gerne am Saisonende auf dem Podium gestanden.“
Statistik: Fünftes und letztes Rennen der Le Mans Series 2008 in Silverstone
Ergebnis Rennen LMP2
1. Van Merksteijn/Verstappen (NL/NL), Porsche RS Spyder, 191 Runden
2. Theys/Lienhard/Lammers (B/CH/NL), Porsche RS Spyder, 187
3. Hughes/Kane (GB/GB), WF01 - Zytek, 186
4. Amaral/Pla (P/F), Lola B05/40 - AER, 185
5. Newton/Erdos (GB/BRA), MG Lola EX 265 - MG, 184
6. Elgaard/Nielsen (DK/DK), Porsche RS Spyder, 184
7. Ojjeh/Gosselin/Sharpe (SAU/F/GB), Zytek 07S – Zytek, 183
8. Noda/de Pourtales (J/F), Lola - Mazda, 182.
9. Lahaye/Ragues (F/F), Pescarolo - Judd, 174
10. Barazi/Vergers/Rees (D/NL/BRA), Zytek 07S - Zytek, 162
Ergebnis Rennen GT2
1. Bell/Melo (GB/BRA), Ferrari F430 GT, 172 Runden
2. Davison/Lieb (AUS/D), Porsche 911 GT3 RSR, 171
3. Ehret/Kaffer/Beltoise (D/D/F), Ferrari F430 GT, 169
4. Coronel/Kelleners/Vasiliev (NL/D/RUS), Spyker C8 Laviolette GT2R, 168
5. Ried/JrFelbermayr/SrFelbermayr (D/A/A), Porsche 911 GT3 RSR, 162
Punktestand Fahrer LMP2
1. Jos Verstappen, Porsche, 48
2. Peter van Merksteijn, Porsche, 38
3. Casper Elgaard, John Nielsen, Porsche, 31
4. Jan Lammers, Didier Theys, Porsche, 25
5. Matthieu Lahaye, Pierre Ragues, Pescarolo, 21
Punkte Fahrer GT2
1. Robert Bell, Ferrari, 40
2. Marc Lieb, Alex Davison, Porsche, 35
3. Gianmaria Bruni, Ferrari, 30
4. Pierre Kaffer, Pierre Ehret, Ferrari, 19
5. Ben Aucott, Ferrari, 18
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